Oberstdorf 2009 Tag 4 – Hoch zu Ross

Nachdem gestern der Klettersteig einiges an Muskelkraft von uns abverlangt hat, mussten wir heute auf andere Muskelpartien zurückgreifen. Eine Fahrradtour schien für die richtige Abwechslung zu sorgen. Also Tourenkarte aufgeschlagen und eine der schwersten Routen ausgewählt, alles andere wäre ja Kinderkram. Die Tour führt uns über Spielmannsau zur Traufbergalpe. Nette 20km mit 500m Höhenunterschied. Zuerst wundern wir uns noch etwas, warum diese Tour  schwieriger eingeschätzt wird, als unsere Tour im letzten Jahr zur Dietersbachalpe. Aber von solchen unwichtigen Lappalien lassen wir uns nicht beirren. Bis zur Alpe Oberau kommen wir sehr gut voran, auch wenn wir –ähnlich wie gestern- von vielen Wanderwütigen begleitet werden, darunter –ihr ahnt es schon- eine Menge Senioren. Danach wird unsere Fahrt sehr schnell richtig unangenehm bzw. sie hört auf eine wirkliche Fahrt zu sein. Denn, wer zur Traufbergalpe will, muss über den Traufberg. Der Anstieg ist leider dermaßen steil, dass es uns beiden das Vorderrad hochhebt und wir drohen samt Fahrrad nach hinten umzukippen. Es bleibt uns also nichts anderes übrig, als zu schieben. Wir nehmen diese kleine Unterbrechung der Fahrt gelassen, getreu unserem Motto: Nur die Harten kommen in den Garten. Schließlich haben wir es geschafft und genießen die grandiose Aussicht. Dann geht es auch schon hinab ins nächste Tal, wo sich die Alp befindet. Mich entschädigt die Abfahrt ins Tal leider nicht komplett für den steilen Anstieg, da unser Weg aus einer miesen Mischung Asphalt, Splitt und Schotter besteht. „Die Kurve kratzen“, erhält hier für mich eine völlig neue Bedeutung, da ich mehr den Berg runter schlittere als fahre. Endlich unten angekommen wartet die letzte kleine Gemeinheit dieser Tour auf uns, es geht noch einmal ca. 70m steil bergauf zur Alp. Mit den letzten Kräften erreichen wir schließlich unser Ziel und genehmigen uns erst einmal eine große Spezi. Nach ausreichender Rast geht es zurück ins Tal, doch wieder steht uns der Traufberg im Weg. Also heißt es noch einmal Zähne zusammenbeißen  und den Berg wieder hinauf, um dann von dort rasant ins Tal zu petzen. Das stimmt allerdings nur teilweise. Denn die Abfahrt vom Traufberg Richtung Alpe Oberau ist leider noch hässlicher als Richtung Traufbergalpe. Also auch hier vorsichtiges Hinunterschlittern. Doch dann gibt es kein Halten mehr. Ab der Alpe Oberau gehört die Straße uns und die Landschaft fliegt vorbei. Nach drei ein halb Stunden hat uns Oberstdorf wieder, auch wenn es sich so anfühlt, als ob wir einzelne Körperteile unterwegs verloren hätten. In diesem Sinne werden wir morgen einen Ruhetag einlegen und wünschen euch allen noch einen erholsamen Abend.

Oberstdorf 2009 Tag 3 – Schnupperkurs Hindelanger Klettersteig

Das blendende Wetter hält an und wir versuchen es auszukosten. Heute haben wir spontan beschlossen, den Hindelanger Klettersteig zu erkunden. Also Wanderschuhe geschnürt und ab geht die Post. Doch schon an der Bergbahn wird unsere Euphorie etwas gebremst. Um 12.00 Uhr mittags scheinen Horden von Rentnern den Gipfel des Nebelhorns stürmen zu wollen, so dass wir uns in eine lange Schlange einreihen. Nach einer halben Stunde und zweimal umsteigen haben wir es dann endlich erreicht, das Kreuz auf dem Horn. Doch uns interessiert weder die schöne Aussicht, noch die vielen Paraglider, die bei dem Traumwetter ihr Glück versuchen (einen hat das Glück kurzweilig verlassen = Bruchlandung). Wir haben nur Augen für den Klettersteig, der direkt am Gipfel beginnt und sich auf dem Grad entlangschlängelt. Leider entgeht uns auch nicht, dass einige Leute ohne Sicherung einsteigen. Absolut leichtsinnig, wie wir nun definitiv festhalten können (siehe auch Bilder). Nun aber zurück zu unserer Tour. Da heute unser zweiter richtiger Urlaubstag ist (der ätzende Anreisetag gilt nicht), wollen wir uns nicht übernehmen. Da kommt es uns gerade gelegen, dass es seit einiger Zeit eine Schnupperrunde für den Hindelanger Klettersteig gibt. Die Runde ist mit 2 Stunden deklariert  und verläuft vom Nebelhorn bis zum westlichen Wengenkopf, wo es seit Neuestem einen Ausstieg gibt, den wir nach Rast auf dem Gipfel des Wengenkopfes  gerne nutzen.  Zurück an der Mittelstation des Nebelhorns müssen wir mit Schrecken feststellen, dass sich die Horden von Rentnern leider nicht in Luft aufgelöst haben, sondern nach gemütlichem Plausch bei Kaffee und Kuchen gegen Tal streben, per Seilbahn versteht sich. Nach kurzer Beratschlagung steht fest, wir fahren noch einmal auf den Gipfel und trinken eine Spezi, in der Hoffnung den Rentnern somit endgültig entkommen zu sein. Im Rückblick können wir festhalten, es hatte alles keinen Sinn, wir mussten uns schließlich schon wieder in eine Schlange einreihen (die diesmal noch länger war), da wir zu müde waren zu Fuß abzusteigen. Trotzdem war der Tag einfach klasse, der Klettersteig eine tolle Herausforderung mit beeindruckenden Aussichten (Panoramabilder werden nachgereicht). Wir freuen uns auf morgen und wünschen euch allen eine gute Nacht.

Wenn es uns zu langweilig wird…

.. werden wir hier die Angebote aus dem Bereich ExtremSport wahrnehmen! Lama-Wanderungen

Stelle mir das zu lustig vor, wenn man hier mit nem Lama auf Wanderung geht.

Oberstorf 2009 Tag 2 – Kleine Bootstour

Endlich Urlaub. Strahlend blauer Himmel begleitet uns bei unserer ersten Tour durch Oberstdorf und Umgebung. Nachdem wir festgestellt haben, dass sich im Ort nicht viel verändert hat, lassen wir es ruhig angehen. Der Freibergsee in unmittelbarer Nähe erscheint uns als passendes Ziel für den ersten Tag. Nach einem kleinen Umweg, dank einer verwirrenden Beschilderung erreichen wir nach ca. 45 min den kleinen Bergsee. Björn ist sofort Feuer und Flamme für eine kleine Bootstour. Die Tretboote erscheinen mir seetüchtig, also los geht`s. Nachdem wir eine knappe Stunde auf dem Wasser zugebracht haben, geht es zurück in Richtung Dorf. Das Abendessen wartet schon.

Oberstdorf 2009 Tag 1 – Unterwegs auf Deutschlands Straßen

Nach 6 Stunden Fahrt und 16Km Stau nun endlich angekommen. Hier nun ein paar Eindrücke aus der Wohnung

Klettern am Hohenstein

Klettergarten TU Darmstadt

Unglaublich

Das habe ich eben beim stöbern auf YouTube gefunden.

Tag 6 in Fiss: Die 3 Promille Grenze überschritten

Heute war ein äußerst erfolgreicher Tag für uns Wanderwütige. Nachdem wir gefrühstückt hatten, ging es wie immer darum, spontan zu entscheiden, für was Tag 6 her halten sollte. Schnell wurde der Entschluss gefasst etwas noch nicht dagewesenes zu wagen. Ja, ihr habt richtig gelesen die 3 Promille Grenze musste heute dran glauben. Für alle diejenigen unter euch, die uns jetzt zu prosten und sich fragen, wie ich (Miri) wohl mit 3 Promille ohne Krankenhausaufenthalt den Tag überstanden haben sollte, kann ich entwarnen. Denn, nein, wir haben uns nicht dermaßen die Kante gegeben, so dass eine Alkoholvergiftgung vorprogrammiert gewesen wäre, sondern wir haben einen 3 Tausender erklommen. Für uns Hobbywanderer war das eine kleine Herausforderung, zumal Björn und ich, uns ja wie gesagt eher spontan dazu entschlossen diese Tour heute anzugehen.

Insgesamt können wir aber als Fazit festhalten: einfach genial (Björns Kommentar war übrigens, als ich ihn fragte, was er als Fazit gerne aufschreiben möchte: “global warming sucks”). Ehrlich gesagt, kann ich mich dieser Meinung nur anschließen, da ich es an manchen Stellen der Tour ziemlich uncool fand, dass der Schnee so vor sich hinschmolz und mir somit den Halt unter den Füßen entzog. Falls der Eine oder Andere von euch jetzt trotzdem Lust bekommen haben sollte diese Tour auch einmal zu bestreiten noch folgende Tipps: zieht euch warm an, denn 3004 m sind  nunmal 3004 m und somit ziemlich oft unter der Null Grad Grenze; seid Trittsicher, der Schnee kann nämlich leider nicht nur schmelzen, sondern auch gefrieren; freut euch auf eine fantastische Aussicht, die für alle Strapazen entlohnt und nehmt euch Zeit mit, um den abwechslungsreichen Aufstieg zu genießen. Hier können wir euch als nun erfahrene 3 Tausender-erfolgreich-Begeher noch mitgeben: die Angaben auf den Wegweisern sind oft verwirrend. Zum Einen stimmen die Markierungen der Routen bezüglich ihres Schwierigkeitsgrades nicht immer hunderprozentig überein und zum Anderen sind die Zeitangaben von anscheinend sehr unterschiedlichen Wanderern vergeben worden. Wir haben für die gesamte Route heute 4 Stunden gebraucht (auf dem Wegweiser stand 3 Stunden für eine Strecke), aber waren ja auch schon etwas geübt, denn knapp 700 Höhenmeter in 2 Stunden mag sicherlich nicht jeder überwinden.

Und hier wie immer ein paar Impressionen…

Tag 5 in Fiss: Der Berg ruft

Wenn ein Berg oberer Sattelkopf heißt, stelle ich mir oft die Frage, wer sich diesen Namen ausgedacht hat. Vor allem, da er sich in guter Gesellschaft mit Bergbezeichnungen wie Schafskopf, Bärenbart Kogel oder Schmalzgrubenkopf befindet. Bis jetzt konnten wir noch nicht klären, wie genau der obere Sattelkopf zu seinem Namen gekommen ist, aber der Begriff Sattel im Namen ist irgendwie auch selbsterklärend…

Nun gut, wir haben also keine Ahnung warum man manche Berge Sattelkopf nennt und andere wieder nicht. Das hat uns aber heute nicht davon abgehalten, diesen Berg zu besteigen und dabei noch seine beiden vorgelagerten Geschwister unterer und mittlerer Sattelkopf mitzunehmen.

Oben angekommen wurden wir von Nebel empfangen, so dass unsere Brotzeit ohne den hart erarbeiteten Ausblick stattfinden musste. Auf den ersten Blick war das ein wirklicher Nachteil dieser Wanderung, aber da mit Nebel und ohne Aussicht sich nicht so viele Möchtegernwanderer-ich-nehm-doch-lieber-die-Gondel auf den Berg verirrten, hatten wir auf den zweiten Blick viel gewonnen. Der Weg führte uns nämlich weiter auf dem Grad entlang und da die Wolken auf einmal aufrissen, bekamen wir doch noch unsere wohlverdiente Aussicht.

Nach dem Abendessen haben wir dann die Chance genutzt einmal in der Nacht Sommerrodelbahn zu fahren. Eine Bergbahn war bis 23 Uhr geöffnet, so dass wir mit mächtig Tempo und gewöhnungsbedürftigen Temperaturen den Tag ausklingen ließen.