Oberstdorf 2009 Tag 6 – Ins Tal geglitten
Wer unseren Blog regelmäßig liest, ist sicherlich schon gespannt, wie unsere angekündigte Erklimmung des Himmelsschrofen verlaufen ist. Hmm…tja, wie soll ich es sagen, wir haben es uns spontan anders überlegt bzw. vergessen unseren Wecker zu stellen. Also mussten wir uns schnell eine Alternative suchen, um den Tag nicht völlig ungenutzt verstreichen zu lassen. Nach kurzer Beratschlagung mit Blick auf die Wanderkarte steht fest, wir wollen Roller fahren. Wandern und Roller fahren? Für die eingefleischten Oberstdörfler unter euch ist jetzt alles klar, für alle anderen hier die kurze Erläuterung: Im Oytal vermietet das Oytalhaus Roller an alle Rollerwütigen, die den sinnlosen Rückweg (O-Ton Björn) nach Oberstdorf nicht zu Fuß begehen möchten. Doch nur ins Oytal laufen, wäre ja zu einfach, also geht es zuerst mit der Seilbahn und wieder viel zu vielen Rentnern hoch zur Station Höfats (eine Station unter dem Nebelhorn). Von da aus versuchen wir so schnell wie möglich über die nächste Kuppe zum Seealpsee abzusteigen, um die ganzen Touris hinter uns zu lassen. Habt ihr schon gemerkt, welchen Weg wir heute nehmen? Na klar, den Gleitweg. Er ist etwas anspruchsvoller, da er ein paar Passagen in steilem Gelände beinhaltet und nur bei gutem Wetter ohne Regen begangen werden sollte. Dafür bietet er eine tolle Aussicht ins Oytal und führt zum Schluss an einem kleinen Wasserfall vorbei. Nach 2 Stunden erreichen wir das Oytalhaus und genehmigen uns erstmal einen Spezi. Ich bin von der Tour sichtlich erschöpft, da wir fast 1000 Höhenmeter auf teilweise rutschigen Steinen zurückgelegt haben und meine Waden sich wie ein großflächiger Waldbrand anfühlen. Nach einer halbstündigen Rast drängt Björn zum Aufbruch, gerade ist eine Familie mit einer Horde von Kindern im Oytalhaus eingefallen und verlangt lautstark nach Rollern. Björn bangt nun um unsere Abfahrt, also mieten wir schnell zwei kleine Flitzer. Und schon sind wir unterwegs, die Anstrengung und Müdigkeit nicht mehr spürend, petzen wir Richtung Tal. Zuerst noch etwas zurückhaltend, da die Stra0e nicht ausreichend Gefälle bietet, zwischenzeitlich sogar ein kurzer Schock: wir müssen uns ein kurzes Stück bergauf kämpfen. Aber dann ist es soweit, das letzte Stück Straße an der Skiflugschanze vorbei in den Ort ist genau das was wir gesucht haben. Einige Fußgänger, die wir passieren fragen sich lautstark, ob wir keine Bremsen besitzen. Nein, möchte ich ihnen zurufen, denn wer bremst, verliert. Nun aber Spaß beiseite, wir sind gut unten angekommen und haben auch andere Verkehrsteilnehmer nicht bei ihrer Nutzung der Straße behindert. Zuletzt noch den von Björn erbetenen Kommentar zum Abendessen. Bitte schön: Heute waren wir nicht nur schnell unterwegs, sondern haben auch die schnelle Küche genutzt. Es gab leckere selbstgemachte Hot Dogs mit Salat.
