Monatsarchiv für September 2009

 
 

Oberstdorf 2009 Tag 7 – Das Nebelhorn macht seinem Namen alle Ehre

Der letzte Abend bricht an und so wie unser Urlaub fast vorbei ist, hat auch das gute Wetter ein Ende gefunden.  Mal wieder haben wir eine kleine Planänderung vorgenommen, so dass es heute nicht hieß „Wasser marsch“ beim Canoyning. Stattdessen beschließen wir den letzten Tag über den Wolken zu verbringen und fahren ein letztes Mal mit der Bahn hoch zum Nebelhorn. Und oh Wunder! kaum ein Rentner in Sicht. Okay, ich muss gestehen, der viele Nebel ist für den einen oder anderen Senioren sicherlich eine gute Tarnung, aber für uns zählt nur, dass wir nicht in voll gestopften Bahnen uns die Füße platt stehen müssen.  Oben auf dem Horn angekommen nutzen wir den Wind und die einzelnen Sonnenstrahlen, um einige schöne Fotos zu machen. Die Dohlen (schwarzer Vogel, siehe Bild) plustern sich bei 4 Grad richtig auf und stimmen ihr kleines Klagelied über die fehlenden Touris und die damit entgangenen Leckerbissen an. Tja, bei uns ist auch nichts zu hohlen, so dass sie uns bald links liegen lassen. Da ich nicht auf so ein warmes Gefieder wie die schwarzen Vögel zurückgreifen kann, fahren wir alsbald wieder eine Station tiefer, um noch eine kleine Rast mit interessanten Ausblicken einzulegen. Björn übt sich dabei in snaillining, einer neuen Trendsportart, bei der man auf einem gespannten Seil balanciert. Die Ergebnisse dieses Erstversuches findet ihr bei den Fotos. Zuletzt noch ein kurzes Resümee über unsere Woche in Oberstdorf. Es war einfach geil und wir haben einige interessante Pläne geschmiedet, welche Ecken der Alpen wir als nächstes erobern wollen. Ansonsten freuen wir uns morgen nachhause zu kommen, habt noch einen schönen Abend, bis bald!

Oberstdorf 2009 Tag 6 – Ins Tal geglitten

Wer unseren Blog regelmäßig liest, ist sicherlich schon gespannt, wie unsere angekündigte Erklimmung des Himmelsschrofen verlaufen ist. Hmm…tja, wie soll ich es sagen, wir haben es uns spontan anders überlegt bzw. vergessen unseren Wecker zu stellen. Also mussten wir uns schnell eine Alternative suchen, um den Tag nicht völlig ungenutzt verstreichen zu lassen. Nach kurzer Beratschlagung mit Blick auf die Wanderkarte steht fest, wir wollen Roller fahren. Wandern und Roller fahren? Für die eingefleischten Oberstdörfler unter euch ist jetzt alles klar, für alle anderen hier die kurze Erläuterung: Im Oytal vermietet das Oytalhaus Roller an alle Rollerwütigen, die den sinnlosen Rückweg (O-Ton Björn) nach Oberstdorf nicht zu Fuß begehen möchten. Doch nur ins Oytal laufen, wäre ja zu einfach, also geht es zuerst mit der Seilbahn und wieder viel zu vielen Rentnern hoch zur Station Höfats (eine Station unter dem Nebelhorn). Von da aus versuchen wir so schnell wie möglich über die nächste Kuppe zum Seealpsee abzusteigen, um die ganzen Touris hinter uns zu lassen. Habt ihr schon gemerkt, welchen Weg wir heute nehmen? Na klar, den Gleitweg. Er ist etwas anspruchsvoller, da er ein paar Passagen in steilem Gelände beinhaltet und nur bei gutem Wetter ohne Regen begangen werden sollte.  Dafür bietet er eine tolle Aussicht ins Oytal und führt zum Schluss an einem kleinen Wasserfall vorbei. Nach 2 Stunden erreichen wir das Oytalhaus und genehmigen uns erstmal einen Spezi. Ich bin von der Tour sichtlich erschöpft, da wir fast 1000 Höhenmeter auf teilweise rutschigen Steinen zurückgelegt haben und meine Waden sich wie ein großflächiger Waldbrand anfühlen. Nach einer halbstündigen Rast drängt Björn zum Aufbruch, gerade ist eine Familie mit einer Horde von Kindern im Oytalhaus eingefallen und verlangt lautstark nach Rollern. Björn bangt nun um unsere Abfahrt, also mieten wir schnell zwei kleine Flitzer. Und schon sind wir unterwegs, die Anstrengung und Müdigkeit nicht mehr spürend, petzen wir Richtung Tal. Zuerst noch etwas zurückhaltend, da die Stra0e nicht ausreichend Gefälle bietet, zwischenzeitlich sogar ein kurzer Schock: wir müssen uns ein kurzes Stück bergauf kämpfen. Aber dann ist es soweit, das letzte Stück Straße an der Skiflugschanze vorbei in den Ort ist genau das was wir gesucht haben. Einige Fußgänger, die wir passieren fragen sich lautstark, ob wir keine Bremsen besitzen. Nein, möchte ich ihnen zurufen, denn wer bremst, verliert. Nun aber Spaß beiseite, wir sind gut unten angekommen und haben auch andere Verkehrsteilnehmer nicht bei ihrer Nutzung der Straße behindert. Zuletzt noch den von Björn erbetenen Kommentar zum Abendessen. Bitte schön: Heute waren wir nicht nur schnell unterwegs, sondern haben auch die schnelle Küche genutzt. Es gab leckere selbstgemachte Hot Dogs mit Salat.

Hochmut kommt vor dem Fall

so oder so ähnlich könnte man das Abendessen eben beschreiben… Selbst gemachter Döner. Ein perfektes Abendessen auch von der Menge her, wenn wir eben zu viert gewesen wären…

Oberstdorf 2009 Tag 5 – Mittwochs Ruhetag

Heute gibt es nichts Großartiges zu berichten.  Nachdem wir ausgeschlafen hatten, sind wir einkaufen gefahren und nach einem wohlverdienten Mittagsschlaf ging es in die Stadt. Nun habe ich so einen coolen Rucksack mit eingebauter Wasserversorgung.

Für morgen haben wir uns vorgenommen, den Hausberg (Himmelsschrofen) zu erobern. Da es keinen durchgängig ausgeschilderten Weg gibt, bleibt abzuwarten, ob wir das auch schaffen.

Für Freitag ist schlechteres Wetter gemeldet, daher haben wir uns vorläufig für Canyoning entschieden.

Oberstdorf 2009 Tag 4 – Hoch zu Ross

Nachdem gestern der Klettersteig einiges an Muskelkraft von uns abverlangt hat, mussten wir heute auf andere Muskelpartien zurückgreifen. Eine Fahrradtour schien für die richtige Abwechslung zu sorgen. Also Tourenkarte aufgeschlagen und eine der schwersten Routen ausgewählt, alles andere wäre ja Kinderkram. Die Tour führt uns über Spielmannsau zur Traufbergalpe. Nette 20km mit 500m Höhenunterschied. Zuerst wundern wir uns noch etwas, warum diese Tour  schwieriger eingeschätzt wird, als unsere Tour im letzten Jahr zur Dietersbachalpe. Aber von solchen unwichtigen Lappalien lassen wir uns nicht beirren. Bis zur Alpe Oberau kommen wir sehr gut voran, auch wenn wir –ähnlich wie gestern- von vielen Wanderwütigen begleitet werden, darunter –ihr ahnt es schon- eine Menge Senioren. Danach wird unsere Fahrt sehr schnell richtig unangenehm bzw. sie hört auf eine wirkliche Fahrt zu sein. Denn, wer zur Traufbergalpe will, muss über den Traufberg. Der Anstieg ist leider dermaßen steil, dass es uns beiden das Vorderrad hochhebt und wir drohen samt Fahrrad nach hinten umzukippen. Es bleibt uns also nichts anderes übrig, als zu schieben. Wir nehmen diese kleine Unterbrechung der Fahrt gelassen, getreu unserem Motto: Nur die Harten kommen in den Garten. Schließlich haben wir es geschafft und genießen die grandiose Aussicht. Dann geht es auch schon hinab ins nächste Tal, wo sich die Alp befindet. Mich entschädigt die Abfahrt ins Tal leider nicht komplett für den steilen Anstieg, da unser Weg aus einer miesen Mischung Asphalt, Splitt und Schotter besteht. „Die Kurve kratzen“, erhält hier für mich eine völlig neue Bedeutung, da ich mehr den Berg runter schlittere als fahre. Endlich unten angekommen wartet die letzte kleine Gemeinheit dieser Tour auf uns, es geht noch einmal ca. 70m steil bergauf zur Alp. Mit den letzten Kräften erreichen wir schließlich unser Ziel und genehmigen uns erst einmal eine große Spezi. Nach ausreichender Rast geht es zurück ins Tal, doch wieder steht uns der Traufberg im Weg. Also heißt es noch einmal Zähne zusammenbeißen  und den Berg wieder hinauf, um dann von dort rasant ins Tal zu petzen. Das stimmt allerdings nur teilweise. Denn die Abfahrt vom Traufberg Richtung Alpe Oberau ist leider noch hässlicher als Richtung Traufbergalpe. Also auch hier vorsichtiges Hinunterschlittern. Doch dann gibt es kein Halten mehr. Ab der Alpe Oberau gehört die Straße uns und die Landschaft fliegt vorbei. Nach drei ein halb Stunden hat uns Oberstdorf wieder, auch wenn es sich so anfühlt, als ob wir einzelne Körperteile unterwegs verloren hätten. In diesem Sinne werden wir morgen einen Ruhetag einlegen und wünschen euch allen noch einen erholsamen Abend.

Oberstdorf 2009 Tag 3 – Schnupperkurs Hindelanger Klettersteig

Das blendende Wetter hält an und wir versuchen es auszukosten. Heute haben wir spontan beschlossen, den Hindelanger Klettersteig zu erkunden. Also Wanderschuhe geschnürt und ab geht die Post. Doch schon an der Bergbahn wird unsere Euphorie etwas gebremst. Um 12.00 Uhr mittags scheinen Horden von Rentnern den Gipfel des Nebelhorns stürmen zu wollen, so dass wir uns in eine lange Schlange einreihen. Nach einer halben Stunde und zweimal umsteigen haben wir es dann endlich erreicht, das Kreuz auf dem Horn. Doch uns interessiert weder die schöne Aussicht, noch die vielen Paraglider, die bei dem Traumwetter ihr Glück versuchen (einen hat das Glück kurzweilig verlassen = Bruchlandung). Wir haben nur Augen für den Klettersteig, der direkt am Gipfel beginnt und sich auf dem Grad entlangschlängelt. Leider entgeht uns auch nicht, dass einige Leute ohne Sicherung einsteigen. Absolut leichtsinnig, wie wir nun definitiv festhalten können (siehe auch Bilder). Nun aber zurück zu unserer Tour. Da heute unser zweiter richtiger Urlaubstag ist (der ätzende Anreisetag gilt nicht), wollen wir uns nicht übernehmen. Da kommt es uns gerade gelegen, dass es seit einiger Zeit eine Schnupperrunde für den Hindelanger Klettersteig gibt. Die Runde ist mit 2 Stunden deklariert  und verläuft vom Nebelhorn bis zum westlichen Wengenkopf, wo es seit Neuestem einen Ausstieg gibt, den wir nach Rast auf dem Gipfel des Wengenkopfes  gerne nutzen.  Zurück an der Mittelstation des Nebelhorns müssen wir mit Schrecken feststellen, dass sich die Horden von Rentnern leider nicht in Luft aufgelöst haben, sondern nach gemütlichem Plausch bei Kaffee und Kuchen gegen Tal streben, per Seilbahn versteht sich. Nach kurzer Beratschlagung steht fest, wir fahren noch einmal auf den Gipfel und trinken eine Spezi, in der Hoffnung den Rentnern somit endgültig entkommen zu sein. Im Rückblick können wir festhalten, es hatte alles keinen Sinn, wir mussten uns schließlich schon wieder in eine Schlange einreihen (die diesmal noch länger war), da wir zu müde waren zu Fuß abzusteigen. Trotzdem war der Tag einfach klasse, der Klettersteig eine tolle Herausforderung mit beeindruckenden Aussichten (Panoramabilder werden nachgereicht). Wir freuen uns auf morgen und wünschen euch allen eine gute Nacht.

Wenn es uns zu langweilig wird…

.. werden wir hier die Angebote aus dem Bereich ExtremSport wahrnehmen! Lama-Wanderungen

Stelle mir das zu lustig vor, wenn man hier mit nem Lama auf Wanderung geht.

Oberstorf 2009 Tag 2 – Kleine Bootstour

Endlich Urlaub. Strahlend blauer Himmel begleitet uns bei unserer ersten Tour durch Oberstdorf und Umgebung. Nachdem wir festgestellt haben, dass sich im Ort nicht viel verändert hat, lassen wir es ruhig angehen. Der Freibergsee in unmittelbarer Nähe erscheint uns als passendes Ziel für den ersten Tag. Nach einem kleinen Umweg, dank einer verwirrenden Beschilderung erreichen wir nach ca. 45 min den kleinen Bergsee. Björn ist sofort Feuer und Flamme für eine kleine Bootstour. Die Tretboote erscheinen mir seetüchtig, also los geht`s. Nachdem wir eine knappe Stunde auf dem Wasser zugebracht haben, geht es zurück in Richtung Dorf. Das Abendessen wartet schon.

Oberstdorf 2009 Tag 1 – Unterwegs auf Deutschlands Straßen

Nach 6 Stunden Fahrt und 16Km Stau nun endlich angekommen. Hier nun ein paar Eindrücke aus der Wohnung