Schweden – Manchmal kommt es anders als man denkt…
Falls ihr heute erwartet von uns die hier typischen touristischen Aufnahmen eines Stockholmbesuchers zu finden, dann müssen wir euch leider gleich zu Anfang enttäuschen. Wir haben uns zwar bis in die City vorgekämpft, aber dann, ehrlich gesagt den Mut verloren. Björn hat euch noch gestern Nacht ein kurzes Update unserer Lage in diesem verfluchten Hotel geschildert. Wir hatten wirklich so um Mitternacht Feuerarlarm, wodurch der Rest der Nacht für uns beide nicht sonderlich erholsam war. Wir sind also heute morgen mit einem erheblichen Schlafmangel aufgestanden und haben uns zum Frühstück geschleppt. Hier festigte sich meine Auffassung, dass das Gebäude, welches unser Hotel beherbergt noch eine soziale Einrichtung beheimaten muss. Ich möchte an dieser Stelle wirklich ungern Vorurteile streuen, aber der Großteil der Personen, sie sich im und um das Hotel aufhielten würden aus meiner Ansicht als sozial benachteiligt bzw. als unterstützungsbedürftig eingestuft werden müssen. Wir packten also schnell unsere sieben Sachen und forderten an der Rezeption unser Geld für eine weitere Nacht zurück. Dieses bekamen wir zum Glück auch ohne weitere Probleme erstattet.
Nach diesem Schock war für uns klar, nichts wie weg von diesem merkwürdigen Ort und auf nach Stockholm City.
Wir kämpften uns durch den zunehmenden Verkehr und die unübersichtliche Straßenführung, einzig und alleine mit dem Wunsch beseelt endlich ein positives Erlebnis zu haben. Tja und dann fanden wir unser neues Hotel nicht. An dieser Stelle platzte uns beiden der Kragen. Ja, Stockholm ist eine schöne Stadt und ja Schweden hat wirklich eine wunderschöne Landschaft, aber was zuviel ist, ist zuviel. Wir wollten einfach nur noch raus aus den Menschenmassen und den vielen anderen Verkehrsteilnehmern. Wir beschlossen spontan nach Västervik (ihr erinnert euch an unsere Stuga) zurückzukehren, um endlich etwas Ruhe und vielleicht auch etwas Erholung zu finden. Im Nachhinein betrachtet, war es die richtige Entscheidung nicht in Stockholm zu bleiben, da wir sicherlich keinen Spaß an den vielen schönen Sehenswürdigkeiten gehabt hätten. Stattdessen haben wir es uns in unserer Stuga gemütlich gemacht und sind mit einer Flasche Wein ans Meer runter gegangen. Als Abschluss des Abends gönnen wir uns nun ein einfaches, aber schmackhaftes Abendessen: Nudeln mit einer Gemüse-Sahne-Sauße und besprechen wie es morgen weitergeht. Gehabt euch wohl und seid gespannt wie es weitergeht. Alles Liebe.
Schweden – Einer geht noch …
So jetzt hatten wir auch noch einen Feueralarm. Gäste laufen herum, und in der Rezeption ist keiner. Mal sehen was die Nacht noch bringt…
Schweden – anhaltendes Wetter- und Stimmungstief
Wie auf unserer Karte gut zu erkennen ist, haben wir heute das letzte Stück unserer Etappe nach Stockholm zurückgelegt. Während unserer Fahrt hierher hatten wir ausreichend Zeit über den bisherigen Verlauf des Urlaubs zu resümieren. Leider können wir Schweden bis dato noch kein sehr überzeugendes Qualitätsurteil verleihen. Das liegt vor allem daran, dass auch heute wieder einige Dinge schief liefen. Gerade erst hatten wir den Abbruch unseres Kanutrips verkraftet und uns für die Fahrt nach Stockholm begeistert, da bleibt uns heute unser Mietwagen liegen. Zum Glück wollten wir gerade Pause machen und waren deshalb mitten in einem Küstenörtchen, so dass keine Panik aufkam. Nach dem Telefonat mit der Hotline des Vermieters(die zu Beginn erst einmal auf Schwedisch drauf los plapperte), sprang der Wagen doch wieder an, so dass wir ihn zur nächsten Mietstation fahren konnten, um ihn gegen ein hoffentlich verläßlicheres Gefährt einzutauschen. Nachdem wir diese kleine Unannehmlichkeit verdaut hatten, sagten wir uns: “Kopf hoch, es kann nur besser werden.” Der zwischenzeitlich einmal wieder einsetzende Regen verspottete jedoch unseren Optimismus zutiefst. Inzwischen sind wir übrigens der Ansicht, dass uns die Regenwolken verfolgen. Jedes Mal, wenn wir aus dem Auto aussteigen, fängt es an zu regnen, oft auch während die Sonne scheint. Wir versuchten uns trotz dieser Widrigkeiten nicht unterkriegen zu lassen und steuerten Stockholm an. Allerdings mussten wir gar nicht bis ins Stadtzentrum fahren, da unser Hotel in einem Vorort, so ca. 20 km von der Stadtmitte entfernt liegt. Wir müssen an dieser Stelle eingestehen, dass wir diesen Umstand besser hätten recherchieren können. Jedoch war dies das einzige zahlbare Hotel in der Nähe der Innenstadt. Inzwischen wissen wir auch warum. “Aber egal”, dachten wir uns wegen der Entfernung, als wir auf die Rezeption des Hotels zu liefen. Hauptsache ein Dach über dem Kopf und eine Bushaltestelle direkt vor dem Hotel. Die nächste Ernüchterung folgte sogleich. An der Rezeption erklärte man uns, dass keine Online-Buchung eingegangen sei und das Hotel ausgebucht wäre über das Wochenende. Jetzt fing es an lustig zu werden. Björn erklärte der wenig freundlichen Dame hiter dem Tresen, dass er eine Buchungsbestätigung erhalten habe und schließlich löste sich doch irgendwie der Knoten und wir bekamen ein Zimmer. Es liegt im sechsten Stock, weshalb es vermutlich keine Möglichkeit gibt das Fenster zu öffnen oder vielleicht auch, um eine Ausrede zu haben dieses besch*** Fenster nie von außen putzen zu müssen. Wir wissen es nicht, jedoch haben wir hoch erfreut festgestellt, dass in den Fensterrahmen Luftlöcher gebohrt wurden, damit man die frische Luft des Industriegebietes genießen kann, in dem das Hotel sich befindet.
Richtig nervig wurde es erst als wir versuchten ein schnelles, aber auch zumindest halbwegs schmackhaftes Abendessen zu ergattern. In der Nähe unseres Hotels gibt es einen Pizza Hut, wo wir uns eine Pizza bestellten. Als uns dann die fertig belegten Fladen überreicht wurden, waren wir einfach sprachlos. Wir wissen natürlich nicht, was der genormte schwedische Standardumfang einer Pizza ist, sollten unsere Pizzen diesem allerdings entsprechen, dann haben Deutsche und Schweden ein grundlegend verschiedenes Verständnis von der Größe einer Pizza. In Ermangelung eines Zollstocks o.ä. kann ich an dieser Stelle keine genauen Angaben machen, aber so viel sei gesagt, die Größe meiner Hand gibt eine gute Vorstellung von der Teigfläche.
Enttäuscht haben wir uns nun in unser Zimmer zurückgezogen und sind uns beide einig, wenn wir diesen Urlaub als nicht totalen Reinfall abstempeln wollen, dann müssen die nächsten Tage der Kracher werden. Ansonsten werden wir wohl mit der Erfahrung heimkehren, dass es Urlaube gibt, von denen man Urlaub braucht. Drückt uns die Daumen für die verbleibende Zeit, bis zum nächsten Eintrag.
